Haben Sie schon mal darauf geachtet, wie oft Sie sich an der Nase kratzen? Die Augen reiben? Den Finger in den Mund stecken, um ihn zum Umblättern einer Zeitschrift anzufeuchten? Im Durchschnitt fünfmal pro Stunde, haben Forscher beobachtet, fassen wir uns ins Gesicht – und transportieren dabei ganze Kolonien von Keimen zu den Schleimhäuten von Augen, Mund und Nase.
Augen und Nase sind Eintrittspforten für Keime
"Viele Viren und Bakterien werden mit den Händen übertragen", sagt Professor Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Greift man sich ins Gesicht, können sie über die Schleimhäute in den Körper gelangen." Experten nennen das Schmierinfektion, im Gegensatz zur Tröpfcheninfektion, bei der die Erreger sich übers Niesen, Husten oder Sprechen erkrankter Menschen verbreiten.
Viren, die Erkältungen und Grippe auslösen, nutzen beide Wege. Doch obwohl mit der kalten Jahreszeit auch die nächste Erkrankungswelle vor der Tür steht: Anstecken muss man sich nicht zwangsläufig. Das Einatmen infektiöser Tröpfchen lässt sich zwar kaum vermeiden. Dafür müsste man einen Abstand von wenigstens zwei Metern von niesenden Mitmenschen einhalten. Und wer schafft das schon in der überfüllten U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit oder in der Schlange vor der Supermarktkasse?
Erregerquellen: Einkaufswägen, Aufzugknöpfe, Geldautomaten
Vor Schmierinfektionen kann man sich dagegen recht gut schützen. "Erreger lauern überall dort, wo Dinge von vielen Menschen benutzt werden", sagt Elisabeth Pott. Auf Tastaturen und Computer-Mäusen oder Telefonhörern tummeln sich oft sogar mehr Keime als auf einer Toilettenbrille. Gleiches gilt für die Griffe von Einkaufswagen, Haltestangen oder -schlaufen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geldscheine, Bankautomaten, Türklinken oder Aufzugknöpfe.
Hier sitzen die meisten Viren und Bakterien
3.000 Keime
fanden Forscher auf Computer-Tastaturen, auf Mäusen die Hälfte
1/5
1.000 Keime
fanden sich auf dem Griff von Einkaufswagen
2/5
115 Bakterienarten
wurden auf Haltegriffen in der U-Bahn gezählt
3/5
25.000 Keime
und mehr tummeln sich laut Studien auf Telefonhörern
4/5
100 Millionen Keime
können sich auf einem benutzten Wischtuch ansiedeln – pro Quadratzentimeter!
5/5
Auf glatten Oberflächen können Viren ein bis zwei Tage überleben. Da hilft nur, Schalter, Klinken oder Knöpfe, wenn möglich, mit dem Ellenbogen statt mit den Händen drücken. Und ansonsten: häufig Hände waschen. Nach dem Toilettengang, vor dem Zubereiten von Speisen und vor dem Essen, vor dem Einnehmen von Medikamenten und, natürlich, wenn man nach Hause kommt.
Heiß muss das Wasser zum Händewaschen gar nicht sein. "Kalt oder lauwarm genügt", sagt Professor Elisabeth Pott. Entscheidend sei, dass man sich die Hände lange genug wäscht und dass man es sorgfältig tut (siehe unten). Seife gehört unbedingt dazu.
Desinfizieren ist nur selten nötig - und wenn, dann mit dem richtigen Mittel
Desinfizieren hält Pott nur in bestimmten Situationen für notwendig. "Am Arbeitsplatz kann das sinnvoll sein, wenn Kollegen erkältet sind", sagt sie. "Oder wenn in der Familie jemand erkrankt ist."
Weil nicht alle Handdesinfektionsmittel gegen Viren helfen, rät Pott, sich vor dem Kauf in der Apotheke beraten zu lassen. Husten oder niesen sollte man in ein Papiertaschentuch. Und wenn nicht schnell genug eines greifbar ist: die Ellenbeuge vor den Mund halten statt der Hände.
Am besten machen Sie das zur Routine. Ebenso sollten Sie versuchen, die Hände möglichst vom Gesicht fernzuhalten: So können Sie die Übertragung von Bakterien und Viren zumindest auf diesem Weg verhindern.
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Richtig Hände waschen
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Dr. Sabine Haaß / Diabetes Ratgeber;
28.12.2011, aktualisiert am 13.01.2012
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto, W&B/Markus Dlouhy, iStock/LisaInGlasses, Creativ Collection/ RYF, iStock/wakila
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